Körperpflege als Transgender – Rasieren

Oh mein Gott, es regt mich auf 🙂 Rasieren ist so ziemlich das Nervigste, was ich mir in meiner Morgenroutine nur vorstellen kann. Es kostet Zeit, es ist mühsam und ich bin da echt pingelig. Und es erinnert mich ans Mann sein. Ist ja auch klar, welche Frau rasiert sich schon morgens ihren Vollbart aus dem Gesicht?! Es ist jedenfalls nicht förderlich für meine Geschlechtsdysphorie, morgens beim Blick in den Spiegel an meine Vergangenheit erinnert zu werden. Ich habe jahrelang gekämpft, ein Leben als Frau leben zu können. Ich habe hauptsächlich mit mir selbst gekämpft. Schade dass sich der Kampf gegen die Haare immer noch so gestaltet.

Rasieren im Gesicht

Mein Bartwuchs ist jetzt nicht so extrem. Ich bin eh blond, da fällt es nochmal weniger auf. Aber wenn ich mich mal nicht rasiere, sind spätestens Mittags Bartstoppel um das Kinn herum sichtbar. Das geht mal gar nicht. Brrrr. Hier nochmal einen lieben Dank an meine Krankenkasse, die mir zumindest aktuell eine Barthaarentfernung nicht zahlen will. Wer hätte es gedacht, es ist für Kasse und MDK völlig akzeptabel, dass ich als Frau einen männlichen Haarwuchs habe und damit leben muss, weil ich eben noch nicht lange genug als Frau lebe. Hormontherapie interessiert die nicht genauso wie meine Namensänderung und auch die Leitlinien, die besagen, dass ich als Transfrau zu Beginn der Transition eine Bartentfernung bezahlt bekommen sollte sind wurscht.

Also rasiere ich mir jeden Morgen das Gesicht 🙁 ätzend deswegen, weil sich durch meine Hormontherapie meine Haut verändert hat. Sie ist irgendwie dünner, auf jeden Fall viel empfindlicher, was zu ständigen Reizungen führt. Aber besser als gar nicht rasieren, eine bärtige Lady wollt ich dann doch nicht sein 🙂 Ich nehme einen fünf Klingen Rasierer und milden Rasierschaum, das passt eigentlich für den ganzen Körper ganz gut.

Rasieren am Körper

Mittlerweile easy going. Durch die Hormone sind die Haare auf dem Körper bedeutend weniger geworden. Wobei, weniger ist das falsche Wort, die Haare sind eher dünner, feiner und fast farblos. Sie werden auch nicht mehr so lang. Wenn ich mich einige Tage nicht rasiere, fällt es zumindest nicht mehr so stark auf. Ich erinnere mich vor allem an die Anfänge meines Lebens als Frau, als ich noch keine Hormone bekommen habe. Hier gab es haufenweise Haare, Stoppeln und Hautreizungen, die durch das Rasieren entstanden sind. Besonders die Achseln, die Beine und der Oberkörper waren schlimm 🙂 haha, also quasi der ganze Körper. Schneiden tu ich mich weder im Gesicht, noch am Körper. Also eigentlich nie.

Und wie gehts weiter

Die Epilation für das Gesicht wird bald wieder beantragt und dann ist das Thema hoffentlich bis zur GaOP auch mal vom Tisch. Die Haare am Körper werden sich hoffentlich/wahrscheinlich nochmals reduzieren, sodass ich mir dann auch endlich eine neue Morgenroutine suchen kann 🙂

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