Meine Jobsuche als Transgender

Hallo meine Hübschen,

es ist Zeit für einen Beitrag aus meinem Alltag.

Da ich ja meinen vorigen Job, in dem ich übrigens noch komplett als Mann gearbeitet hatte, verloren habe, bin ich nun wieder auf Jobsuche. Ich bin jetzt nicht diejenige, die allzu gerne zu Hause rumsitzt und Däumchen dreht, also werden natürlich Bewerbungen geschrieben.

Bewerben als Mann oder als Frau

Ich habe tatsächlich überlegt, was nun die „richtige“ Art und Weise ist, sich als Transfrau zu bewerben. Hinterfragt habe ich das vor allem, weil Transfreundinnen, die ich habe, sich eben mit ihrem männlichen Namen beworben haben und dann irgendwo in der Bewerbung erwähnten, dass sie eben trans sind.

Macht für mich wenig Sinn und überdies ist es so gesehen auch nicht korrekt. Natürlich kann ich den Gedankengang nachvollziehen; die besagten Transfrauen waren sich selbst unsicher und haben sich mit den Männernamen beworben, da sie offiziell den Namen noch nicht geändert hatten.

Allerdings ist es wie gesagt nicht korrekt. Transgender, die eben im gewünschten Geschlecht leben wollen, werden aller Voraussicht nach, auch in dieser „Rolle“ bei etwaigen Vorstellungsgesprächen so auftreten. Wenn man sich vorher mit dem Geburtsgeschlecht und -namen bewirbt, sorgt das einerseits für Verwirrung.

Zudem ist es auch so, dass man wieder anfängt, sich selbst zu leugnen, wie man es die Jahre der Selbstfindung ja auch schon gemacht hat.

Offensive Bewerbung sorgt für klare Verhältnisse

Ich habe mich also entschieden, mich als Frau zu bewerben – denn das bin ich ja auch 🙂

Aber gerade, wenn die Namens- und Personenstandsänderung wie in meinem Fall noch nicht durch ist, ist es dennoch ein bisschen schwierig. Denn die Arbeitszeugnisse sind noch nicht geändert, da haben wir also eine Diskrepanz, die im Anschreiben in einem einzigen Satz erläutert werden kann.

Da ich transgender bin, befinde ich mich aktuell in diversen Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung.

Oder:

Ich lebe seit Längerem in der von mir als weniger belastend wahrgenommenen Rolle als Frau.

Das wurde einer Ratsuchenden auf der Webseite der Süddeutschen geraten, was ich sehr passend finde. Der Link dazu ist hier.

Das reicht völlig. Denn ich bewerbe mich mit meiner Arbeitskraft, nicht mehr und nicht weniger. Alles weitere kann im Vorstellungsgespräch angeschnitten werden, allerdings nur soweit es nicht zu persönlich wird. Ich werde die Situation ein wenig erklären, aber nur soweit es mir nicht unangenehm wird. Gerade, wenn mehrere Personen aus der Firma an dem Gespräch teilnehmen, naja – ich werde mich nicht aushorchen lassen, um es mal so auszudrücken. Denn meine Geschlechtsidentität mag vielleicht für manche interessant sein, hat aber mit meiner Arbeitskraft nichts zu tun.

Was ich noch nicht so recht weiß ist, wie ich die anstehenden Fehlzeiten durch Therapie, Arztbesuche, Logopädie und Operation handhabe. Eigentlich geht dies niemanden etwas an und wenn ich derartige Termine habe oder Krankzeiten habe, ist es eben so. Aber was sage ich, wenn ich im Vorstellungsgespräch direkt darauf angesprochen werde?! Keine Ahnung, da muss ich mir noch was überlegen 🙂

Wie gehts weiter

Die ersten Rückmeldungen habe ich schon bekommen und alle haben mich als Frau angesprochen 🙂 Eventuell habe ich Mittwoch ein Vorstellungsgespräch, ich warte noch auf die Terminbestätigung.

Ich werde den Artikel also noch weiter fortführen, wenn ich die ersten Gespräche hatte. Bis dahin 🙂

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