Transgender und Perücke

Perücke tragen im Sommer

Perücken sind für viele Mann-zu-Frau Transgender ein absolutes must have. Doch wo es in kälteren Tagen absolut kein Thema ist eine zu tragen, sind Perücken im Sommer die Vollkatastrophe.

Perücken sind an für sich gut

Viele Transgender haben das Problem, dass aufgrund des Alters, der destruktiven Wirkung des Hormones Testosteron oder anderen Faktoren die Haare nach und nach ausfallen. Die allseits bekannten Geheimratsecken entstehen und nach einigen Jahren hat man es dann – ne Platte 🙂 zugegeben, eine Glatze muss nicht jeder bekommen, das hängt auch von der Veranlagung ab. Sei es drum, wenn die Haare weg sind, hilft vielen Transgendern erstmal nur eine Perücke.

Von jetzt auf gleich ne schicke Frisur und preislich sind von unten nach oben wenig Grenzen gesetzt. Zum Beispiel löhnt man für Echthaar-Perücken deutlich mehr als für Kunsthaar. Man hat die freie Auswahl, wenn man es sich leisten kann, denn die Krankenkasse übernimmt wahrscheinlich nur einen Anteil der neuen Haarpracht – und auch das erst nachdem die obligatorischen 12 Monate Alltagstest rum sind (auch wenn dies meiner Meinung nach gar nicht mehr gefordert werden darf). Hier ein kleiner Auszug aus der aktuellen Leitlinie, ich zitiere:

Mit Beginn einer Transition in das weibliche Geschlecht soll Behandlungssuchenden mit androgenetischer Alopezie die Verwendung eines Toupets (Haarersatzteil) oder einer Perücke ermöglicht werden. Bei der Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Perücke für die Behandlung der Geschlechtsinkongruenz bzw. Geschlechtsdysphorie ist das Kongruenzerleben mit einzubeziehen.

Zu finden in der aktuellen Leitlinie auf Seite 77 und 78. Die Fettmarkierung ist von mir.

Ich habe meinen Spaß mit der Krankenkasse, nur soviel dazu 🙁

Warum Perücken im Sommer Mist sind

Ich bin mir nicht sicher, wie der Tragekomfort von Echthaar-Perücken ist, weshalb ich da ein bisschen auf die Erfahrung meiner Leserinnen und Leser angewiesen bin. Sicher besser als bei Kunsthaar. Das Problem sehe ich jedoch generell darin, dass die allermeisten Transgender schon eine gewisse Haarmenge auf dem Kopf haben. Das bedeutet, man hat mit dem Tragen der Perücke dann doppelt Haare auf dem Kopf, was die Hitze stauen kann. Das Hautklima kann sich meines Erachtens negativ ändern, die Kopfhaut atmet nicht genug und fängt an zu jucken. Verstärkt wird das dann noch durch das Haarnetz, was man unter der Perücke trägt. Unangenehm, wenn sich in der Öffentlichkeit ständig kratzen und die Haare richten muss.

Das ist in den kalten und kühleren Monaten nicht so das Problem, umso mehr aber im warmen Frühling und vor allem im Sommer. Und dann können die schönen neuen Haare, für die man mitunter viel Geld ausgegeben hat, schnell ganz schön nerven. Und man will sich ja wohl fühlen in der Haut und nicht fürs Aussehen leiden 😉

Weiterhin kommt dazu, dass ich zum Beispiel auch auf der Kopfhaut schwitze (welch Wunder, ich bin auch nur ein Mensch). Und dann passiert es leider, dass ich perfekt gestylt aus dem Haus gehe und nach zwei Stunden läuft mir die ganze Suppe übers Makeup. So geht es mit Sicherheit vielen anderen auch und das in verdammt unangenehm.

Mein Fazit: Im Sommer nur ein Stirnband

Aufgrund dieser Erfahrungen bin ich übergegangen, im warmen Alltag nur ein Stirnband zu tragen, was meine Problemzone auf dem Kopf verdeckt. Meine echten Haare sind mittlerweile lang genug, um mir einen Zopf zu machen oder eben offen zu tragen. Damit bin ich soweit ganz zufrieden, aber natürlich ist es nicht perfekt.

Für Anlässe und wenn es eben nicht zu warm ist, trage ich dann für wenige Stunden auch mal die Perücke.

Mich würde mal interessieren, wie ihr das macht. Teil ihr meine Ansichten? Habt ihr Erfahrung mit Echthaar-Perücken?

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