Welche Toilette benutze ich

Halli hallo 🙂

Gerade am Anfang der Transition kann es echt schwierig sein, der Gang auf die öffentliche Toilette. Man fühlt sich vielleicht selbst in seiner neuen Haut noch nicht so wohl, fühlt sich überall erkannt und angestarrt. Dabei gab es bei mir immer eine klare Trennlinie. Und zwar die zwischen meinem noch eher männlichen Auftreten Ende letzten Jahres und meinem komplett weiblichen Anfang diesen Jahres.

Als „Mann“ nie auf die Frauentoilette

Wie gesagt, Ende 2018 war ich zwar allgemein geoutet, lebte aber noch meine gehasste Rolle als Mann. In dieser Zeit besuchte ich natürlich öffentliche Orte, darunter eben auch die stillen Örtchen. Als ich hier noch als (nach außen sichtbarer) Mann aufgetreten bin, habe ich den Gang zur Frauentoilette gemieden. Ich fühlte mich dort zwar richtig, allerdings bin ich ja auch nicht allein auf dieser Welt 😉 dabei habe ich die Frauentoilette nicht gemieden, weil ich Angst hatte, rausgeschmissen zu werden, sondern weil es für die anderen Damen befremdlich bis unangenehm sein kann, wenn ein „Mann“ anwesend ist. Klar, es muss nicht so sein, aber ich denke, ich bin empathisch genug, um mir über die Belange anderer auch meine Gedanken zu machen.

Als Frau nie auf die Herrentoilette

Komplett geändert hat sich das, seitdem ich als Frau mein Leben lebe. Ich weiß noch, es war Anfang des Jahres, da war ich mit einer Transfreundin in einem Einkaufszentrum in Heidelberg unterwegs. Dabei war ich gar nicht so besonders aufgestylt – Skinny Jeans, schwarzes Oberteil und ein Cardigan. Die Haare ein bisschen gemacht und ein dezentes Makeup, meine Brust war auch schon da, sodass ich keinen BH ausstopfen musste. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit ein paar Monaten auf Hormonen war und meine Selbstsicherheit von Tag zu Tag zunahm. Trotzdem war ich erst mit Beginn der ersten Veränderungen bereit, mein Leben als Frau zu leben.

Die, Entschuldigung, Klofrau hat uns direkt in die Frauentoilette geschickt. Ab diesem Zeitpunkt war das Thema für mich erledigt. Zumindest privat bin ich nur noch auf die für mich passende Toilette gegangen, egal ob im Café, Restaurant, in der Bar oder am Bahnhof. Es kommt für mich einfach nicht mehr in Frage, auf eine Herrentoilette zu gehen. Und angeeckt bin ich bei den Damen sowieso noch nie. Es kamen nie komische Blicke oder Kommentare. Also entweder ist mein Passing top oder die restliche Damenwelt ist tierisch tolerant – oder beides 🙂

Auf jeden Fall kann es beim ersten Besuch auf dem „richtigen“ stillen Örtchen Überwindung kosten, da man es ja schon in Kindertagen vorgemacht bekommen, als Mann auf die Herrentoilette zu gehen ( es sei denn, man geht mit der Mama auf die Frauentoilette ). Aber das leichte Unbehagen löst sich nach ein oder zwei Besuchen auf!

Beruflich sah es leider anders aus, da ich dort noch als Mann aufgetreten bin. Das war für mich aufgrund diverser Äußerungen, die Bezeichnung transphob ist noch milde ausgedrückt, nicht anders möglich. Für mich war es wichtig, mich selbst zu schützen, egal ob dies objektiv begründet war oder nicht. Bis zur Kündigung durch meinen Arbeitgeber im Mai bin ich auf der Arbeit zumindest immer noch auf die Herrentoilette gegangen. Da meine Namensänderung in ca. 4 Wochen durch sein sollte (laut Gutachter), wird bei meinem neuen Arbeitgeber die Toilettenfrage hoffentlich nicht aufkommen, sodass ich mir auch da für die Zukunft keine großen Gedanken mache.

Soviel dazu 🙂 wie handhabt ihr als Betroffene die Toilettenfrage? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Bis zum nächsten Mal 🙂

 

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.