Routinetermin in der Endokrinologie und Körpermaße September

Gestern war es mal wieder soweit. Mein vierteljährlicher Routinetermin in der Endokrinologie stand an – mit einem Monat Verspätung, da mein behandelnder Arzt im Urlaub war. Die Termine sind für Transgender besonders wichtig, da neben dem Hormonstatus auch die Leberwerte gemessen werden. Und gerade Androcur kann da ein Killer sein 😉

Meine Hormone, so wie gehabt

Ich nehme ja nach wie vor 2 mal 2 Hübe Gynokadin Gel und 10 mg Androcur. Daran hat sich seit Beginn der Transition nichts geändert. Das ist wohl die Standarddosierung vieler Transgender. Ich fühle mich insgesamt auch wohl damit beziehungsweise ich bin von den Ergebnissen bislang überzeugt. Zum Termin habe ich morgens allerdings nur das Androcur genommen und die Gabe von Gynokadin auf Nachmittags verschoben.

Gynokadin Gel
Gynokadin Gel zur Behandlung für Transfrauen

Ich bin nämlich der Überzeugung und hab es öfter schon gelesen, dass die Blutwerte, besonders halt das Östrogen im Blut, nach oben schnellen, wenn ich vor dem Termin das Gel auftrage. Wichtig sind mir brauchbare Werte, die nicht so hoch sind wie bei einer schwangeren Frau, nur weil durch das Gynokadin das Ergebnis verfälscht ist. Dem Körper macht die verspätete Gabe der Östrogene im Übrigen nichts, da die Werte langsam in einer Kurve abfallen.

 

 

Anders zum Beispiel bei Androcur, da merke ich morgens sofort, wenn ich die Tablette erst später nehmen kann. Ich werde unruhig, gereizt, habe insgesamt schlechte Laune. Das mag einerseits körperlich, andererseits psychosomatisch bedingt sein – ist mir aber auch egal, wenns mir ohne Androcur komisch geht 😉

Androcur als Testorsteronblocker
Androcur als Testorsteronblocker

 

Gewohnter Ablauf in der Klinik

Obwohl ich das letzte Mal vor drei Monaten (fast vier) in der Klinik war, wurde ich von den anwesenden Schwestern direkt als Frau Schoob erkannt. Ich sage jetzt einfach mal frech, dass ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe 😉 ich mag die Klinik sowieso gerne. Kein Stress und auch wenn ich mal früher oder später dran bin, ist das kein Problem. Und die Wartezeiten liegen meist deutlich unter 30 Minuten, was ich für eine Ambulanz schon gut finde.

Mein Arzt hat diesmal einen Studenten mitgebracht und mich gefragt, ob es ein Problem für mich ist. Ich musste innerlich lachen – wenn ich schon mein Leben auf diesem Blog und auf Instagram präsentiere, was soll mir da ein Student ausmachen, den ich ohnehin nie wieder sehe 🙂

Die obligatorischen Fragen nach Gewicht (87,6 kg) und Allgemeinbefinden (gut), waren schnell beantwortet. Ich hatte aber im Verlauf der Behandlung Probleme mit Wasseransammlungen in den Beinen bzw. Füßen. Das ist mittlerweile ja wieder weg. Ich bewege mich auch deutlich mehr als früher, vielleicht lag es daran, wer weiß. Dann erklärte der Arzt dem Studi noch die Medikamente, die ich bekomme und welche Werte wichtig sind. Auch auf Ostheoporose wies er ihn hin und da musste ich einhaken. Denn bislang wurde bei mir noch kein Vitamin D Spiegel gemessen. Der Arzt stimmte zu und nahm es in die zu ermittelnden Werte mit auf. Die Dosierung der Hormone soll so belassen werden. Ich kenne es von anderen Transgendern, deren Dosierung nach einer Zeit erhöht wurde. Aber er ist der Doc und ich bin mit der Entwicklung ja auch sehr zufrieden. Also ist alles gut.

Allerdings, das ist mir aufgefallen, hat sich die Entwicklung zumindest meines Erachtens verlangsamt. Das ist nicht schlimm soweit, ich komme darauf klar. Schlimm wäre Stillstand oder gar ein Rückschritt. Ich habe ihm auch vom Muskelschwund an den Beinen erzählt, auch das ist völlig normal. Was mich wundert ist, dass ich an den Beinen eher Muskeln abgebaut habe, als an den Armen. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, ich warte einfach mal weiter ab.

Dann ging es noch zur Blutentnahme und das wars auch schon. Echt unspektakulär, total entspannt – Routine eben.

Meine weiteren Bodymaße, die ich aber für mich selbst gemessen habe

Unterbrustumfang: 89cm – hier hat sich seit Beginn der Hormontherapie eigentlich nix getan

Brustumfang: 103cm – das sind 6cm mehr als zu Beginn im Januar. Und ja, ich bin da echt stolz auf meinen mittlerweile 38-jährigen Körper 🙂

Hüfte: 108cm – auch hier 5cm zugenommen seit Januar. Ich find meinen Po eigentlich ganz gut so, der kann aber ruhig noch was wachsen

Taille: 96cm – hier habe ich Masse verloren, knappe 4cm immerhin

Oberschenkel: 62cm – hier habe ich leider keinen Referenzwert. Möchte es aber nun mitmessen, da ich wie gesagt deutlich Muskeln verloren habe

Wie geht es weiter

Meine Hormonwerte werde ich hier veröffentlichen, wenn ich sie per Post zugeschickt bekomme. Das dauert in der Regel immer so um die zwei Wochen. Ich bin vor allem auf den Östrogen- und Vitamin D-Wert gespannt. Der nächste Termin ist im Dezember und hier kommt meine Überlegung ins Spiel, tatsächlich die Klinik zu wechseln. Nicht weil ich unzufrieden bin, sondern weil Fahrtkosten und -zeit schon etwas nerven. Ich bin immerhin mit den Öffentlichen knapp 2 Stunden unterwegs. Die Uniklinik Heidelberg, also die dortige Frauenklinik würde mich auch behandeln, wurde mir damals von dort mitgeteilt. Ich werde es wohl abhängig davon machen, wo ich einen Job finde. Die Fahrtzeit von mir zu Hause zur Uniklinik HD ist immerhin nur knappe 10 Minuten 😉

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