Mein aktueller Stand der Logopädie

Ich glaube, ich habe mittlerweile fünf oder sechs Sitzungen in der Logopädie gehabt und ich möchte gerne mal Zwischenfazit abgeben. Wichtig ist zu verstehen, dass in den Sitzungen die Techniken vermittelt werden, aber dass das Wesentliche ist, zu Hause ständig weiter zu üben. Immer was zu tun, Transgender habens auch nicht leicht 😉

Meine Atmung

Ich war immer schon eine Brustatmerin. In den Bauch zu atmen, wie es mir in der Sitzung vermittelt wird, ist schwer. Denn bewusst gemacht habe ich das nie und es ist durchaus eine Herausforderung, sich beim Sprechen auf verschiedene Dinge zu konzentrieren, anstatt einfach zu reden. Aber ich werde von Tag zu Tag sicherer.

Meine Tonhöhe

Damit hatte ich von Beginn an so überhaupt keine Schwierigkeiten. Um die 180 bis 200 Hz und sogar höher komme ich gut, natürlich in der Modulation mit Ausreißern nach unten bis 150 Hz. Das ist für mich absolut in Ordnung und ich muss damit zufrieden sein und das bin ich absolut. Mein Problem ist es eher, direkt morgens in die gewünschten Höhen zu kommen. Ich kann es zwar, aber ich spreche automatisch eher tiefer bis mir auffällt, dass sich das total männlich anhört. Ganz gut aber finde ich, dass ich die Stimme, ähnlich wie mit einem Schalter, einfach ändern kann.

Die Modulation

Nochmal zur Modulation der Stimme. Viele machen es wohl so, dass wenn sie es auf die richtigen Höhen schaffen, fast schon krampfhaft versuchen, dort zu bleiben. Das Resultat ist höhere, aber monotone Stimme, was ich natürlich so nicht will. Ein hoch und runter in Stimme, wie eine Achterbahnfahrt soll es sein 🙂 da nehme ich auch ein gelegentliches Abrutschen in der Höhe in Kauf.

Die Kraft in der Stimme

Ich hauche nicht oder wenn, nur marginal. Oftmals habe ich in Youtube-Videos gesehen, dass Transfrauen in der Höhe zwar ganz gut sind, aber die Stimme dann sehr hauchig und etwas flau aus dem Mund kommt. Das wirkt dann unnatürlich in meinen Augen. Ich habe keine mentalen Probleme damit, mit meiner Tonhöhe etwas runterzurutschen und dafür viel mehr Kraft in der Stimme zu haben.

Meine Hilfsmittel

Ganz klar, LaxVox. Es hilft, die Stimmbänder zu entspannen und eventueller Schleim, der im Hals sitzt, löst sich. Die Stimme wird klarer und es ist für mich einfacher in die gewünschten Höhen zu kommen. Zudem hört es sich in meinen Ohren einfach schöner an.

Die Stimmanalyse-App. Ich finde dieses kleine Tool echt klasse, gibt es kostenlos im PlayStore, allerdings nur für Android. Damit kontrolliere ich meine Tonhöhe und kann mir in Echtzeit anzeigen lassen, ob ich im männlichen, genderneutralen oder weiblichen Bereich spreche.

Meine Telefonstimme

Ich finde das Telefon so unglaublich toll zum üben. Und es macht mir riesigen Spaß, Ämter und Krankenkasse zu verwirren und zu hören, wenn die Damen und Herren am anderen Ende wegen der Anrede ins Stocken kommen (da bin ich ja überall noch als Mann gespeichert, leider). Ich denke, die haben auch nicht jeden Tag Transgender am Telefon 🙂

Freunde und Familie sind gute Hilfen, man telefoniert ja öfters mal mit irgendjemandem. Und die Reaktionen wie: Krass, deine Stimme ist schon so hoch geworden und hört sich echt gut an machen wirklich Mut. Aber wichtig vor allem ist, die neue Stimme auch zu benutzen. Es sind Muskeln im Hals, die trainiert werden müssen. Also egal, ob im Supermarkt, wenn mich jemand nach dem Weg fragt oder wenn niemand da ist, sich selbst etwas vorlesen 😉 sprechen, sprechen, sprechen.

 

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