Mein erster Termin in der Logopädie

Die Stimme ist bislang ein riesiger Faktor in meinem Passing. Mich stört es maßlos, dass meine Stimme tief und männlich klingt. Ich bin also zu meinem Hausarzt, der übrigens total cool ist, was das Thema Transgender und Transition angeht. Der hat mir dann den Wisch für die Heilmittelverordnung ausgefüllt – easy going.

Dann habe ich mich vor einigen Wochen auf die Suche nach einer Logopädin gemacht, die sich vorzugsweise mit der Behandlung von Transgendern auskennt. Ich musste Gott sei dank nicht solange suchen, wie bei meiner Therapeutin, denn schon der erste Versuch war ein Treffer.

Das Problem war die Wartezeit

Alles, aber auch ausnahmslos alles in meinem Transgender-Leben ist mit Wartezeit verbunden. Kann man nicht wirklich ändern, es ist halt so 😉 So auch in diesem Fall, die Logopädin, übrigens echt nett, hat mir gesagt, da sie aktuell viel mit Trans-Menschen arbeitet, ich nicht so lange warten müsste. Aber immerhin ein Monat sollte es wieder mal sein, danach könne sie mir einen Termin geben. Sie hat sich meine Nummer notiert und gesagt, sie meldet sich. Okay, das restliche Leben geht ja auch weiter.

Der erste Termin bei der Logopädin

Juhuu, die gute Frau hat sich ziemlich exakt nach einem Monat bei mir gemeldet und einen zeitnahen Termin mit mir ausgemacht. Ich habe dann versucht, mir im Vorfeld sowenig Kopfkino wie möglich zu machen. Denn ich hasse den Umgang mit meiner Stimme. Ich weiß, dass sie in den unpassendsten Momenten versagt. Sie ist meiner Meinung nach sehr monoton und leise, was klar auch daran liegt, dass ich sie nicht gerne hören mag. Ich möchte eine weibliche Stimme in einer adäquaten Tonhöhe und ich möchte von einer qualifizierten Person gezeigt bekommen, wie ich das anstelle.

LaKru (R), Lax Vox (R), Lax-What?

Der Hauptteil der ersten Stunde bestand darin, Papierkram zu erledigen. Ich musste Patientenblätter und eine Einschätzung gegenüber meiner Stimme ausfüllen. Vor allem diese Selbsteinschätzung meiner Stimme (zum ankreuzen) hat, denke ich, klar hervorgebracht, wie ich zu meiner Stimme stehe, was meine Ängste sind und so weiter. So habe ich echt schiss, dass meine Stimme mein, wie ich finde, durchaus passables Passing kaputt macht.

Die Logopädin hat mir dann am Klavier gezeigt, wo meine Stimme klanglich liegt – nämlich 2 Töne unter dem genderneutralen Klang. Dann hat sie mir gezeigt, wo ihre Stimme liegt – was für eine Angeberin 😉

Da wollen wir hin, sie arbeitet wie sie sagt, mit der LaKru-Stimmtransition. Was das genau ist, weiß ich von Google, aber es kam noch zu keiner Übung heute.

Dafür hat sie mir einige Dinge über die Anatomie im Hals erklärt, zum Beispiel, dass man sich nicht räuspern soll, da dies die Stimmbänder stark reizt. Auch flüstern sei nicht gut für die Stimme. Okay, Wissen to go nehme ich immer gern mit.

Sie drückte mir schließlich einen Lax Vox-Schlauch in die Hand und dann begannen wir damit zu blubbern; das soll angeblich die Stimme entspannen für die Aufgaben, die noch auf mich zukommen werden. Also blubberten wir fröhlich „You are my sunshine“ 😉 den Schlauch darf ich behalten und soll ihn auch oft zu Hause anwenden. Der ist übrigens ähnlich wie ein Schlauch um im Aquarium das Wasser rauszulassen. Allerdings flexibler und weicher und echt angenehm in der Handhabung.

45 Minuten für die erste Stunde

Am Ende hat sie dann noch meine Stimme aufgenommen, die Aufnahme hören wir uns in einem viertel Jahr oder so nochmal an. Ich bin gespannt, wie sich meine Stimme dann entwickelt hat.

Ich soll also in Zukunft einmal die Woche zu ihr kommen und werde sicher öfter was zu diesem Thema schreiben. Eine „Stunde“ dauert im Übrigen bei dieser Logopädin 45 Minuten, ich weiß nicht ob das immer so ist, aber die Zeit ging super schnell rum.

Also bis dahin 🙂

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